Für ein einfaches und unbürokratisches Fachkräftezuwanderungsgesetz

Schwandorf. Die Mittelstands-Union (MU) vertritt als Arbeitsgemeinschaft der CSU die Interessen der mittelständischen Wirtschaft. Gerade in der aktuellen Diskussion des Fachkräftezuwanderungsgesetzes sieht sich die MU gefordert. Denn viele Handwerksbetriebe stehen mit dem Rücken zur Wand und suchen händeringend nach engagierten Facharbeitern oder Azubis.

 

Dabei ist für die Mittelstandsunion-Bezirksvorstandschaft klar, dass das zu schaffende Fachkräfte-Zuwanderungsgesetz auf jeden Fall am Bedarf orientiert sein muss. Nur wenn ein Arbeits- oder Ausbildungsvertrag vorhanden ist, soll ein Aufenthalt möglich sein.

 

Einem Punktesystem wie es in Kanada betrieben wird, erteilen die Mittelständler eine klare Absage. Dieses würde nämlich bedeuten, dass auch Menschen zu uns kommen können, die noch keine Beschäftigung haben. Dies könnte konkret eine Zuwanderung in die Sozialsysteme zur Folge haben, was keinerlei gesellschaftliche Akzeptanz hätte.

 

Doch die Unternehmer haben große Bauchschmerzen, wie aktuell bereits mit anwesenden Migranten umgegangen wird. Viele haben die Sprache mittlerweile sehr gut erlernt und sich integriert. Sie können und wollen arbeiten und einen Teil zurückgeben. Auch die Betriebe brauchen vielfach diese Mitarbeiter als Azubis oder Facharbeiter. Doch die sehr rigide Auslegung der sogenannten 3+2-Regelung in Bayern verhindert dies vielfach. Diese Regelung besagt, dass ein Flüchtling ohne Aufenthaltstitel trotzdem drei Jahre Ausbildung und im Anschluss zwei Jahre hier arbeiten darf und geduldet ist.

 

Während in anderen Bundesländern dies schon vielfach möglich ist, gibt es hier in Bayern vielfach hohe Hürden, die keinem Mittelständler verständlich gemacht werden können. Zwar hat das bayerische Kabinett Anfang September beschlossen, diese Regelung großzügig für Pflegeberufe anzuwenden, doch das reicht nicht, wie Bezirksvorsitzender Dr. Zeitler unterstreicht. „Fachkräftemangel gibt es nicht nur in den Pflegeberufen“, betont Zeitler. Gerade in den Bau-, Lebensmittel- und Gastronomieberufen geht es hier oftmals schlichtweg um die Existenz.

 

Viele Betriebe haben mittlerweile engagierte Migranten gefunden, die sich integriert haben und arbeiten wollen. Doch oftmals dürfen diese dann Ausbildungen nicht antreten oder müssen sogar begonnene Ausbildungen abbrechen. Dies und die enormen bürokratischen Hürden treiben alle Beteiligten an die Frustrationsgrenze.

 

Deshalb fordert der MU-Bezirksvorstand, die 3+2-Regelung mit mehr Augenmaß zu ermöglichen, um auch für Handwerker diese Potentiale zu nutzen. Diese Regelung sollte aber nicht nur für bereits anwesende Flüchtlinge angewandt werden, sondern auch im neuen Fachkräftezuwanderungsgesetz seinen Niederschlag finden.

 

Darüber hinaus sind sich die Mittelständler einig, dass dies nur einer von vielen Wegen ist, wie die Unternehmen den Fachkräftemangel begegnen können. Doch ist es ein Weg, der gerade jetzt in vielen Situationen vor allem den Handwerksbetrieben helfen kann, den Personalengpass zu bewältigen.

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